Wood, Holly: Hoffnungsvoll

Es ist eine Lüge, Verschleierung, Unehrlichkeit. Eingezwängt in das was mich antreibt und das ist das letzte was mir bleibt. Ich muss für die Gesellschaft unwirklich sein, ich darf nicht ich sein, denn ich bin die Gesellschaft. Wenn nicht, wie kann ich mich dann erkennen, ohne jemals mein Selbst in Relation setzen zu können? Aber weil ich spiele, bin ich. Spiel ist Unterhaltung.

Hollywood braucht diesen Fake. Wie die Darstellung der Härte des Geschäfts und die Anerkennung dessen. Ja, es ist unwirklich. Ja, es ist unmenschlich. Es erkennt sich selbst und deshalb ist es richtig, gut und wahrhaftig. Anerkannt wird, dass es da draußen doch härter ist als vorgegeben. Das wirklich unwirkliche, das Gegenstandlose. Es ist die Katharsis für Hollywood, um nicht der Psychopath der Menschheit zu sein. Wie schlimm wäre es, wenn die Gesellschaft sich am Ideal eines Psychopathen orientiert? Aber was bleibt neben Unterhaltung, um Freiheit, Freizeit zu genießen? Ein Rausch der ins unendliche führt? Es ist ja wohl klar, dass wir uns politisch nicht verwirklichen können. Weil wir machtlos sind. Aber kann man das den einfachen Ölen, die das große Triebwerk antreiben, vorwerfen? Das Öl will doch nur am Triebwerk vorbei. So schnell und mit möglichst kleinstem Aufwand, der nur irgendwie ersichtlich ist. Widerstandslos, um danach wieder Öl sein zu können. Und wir können kein Sand im Triebwerk sein. Zumindest nicht ausreichend genug Sand.

Wir brauchen diesen Fake, damit wir uns nicht im Spiegel erkennen müssen. Für die Gesellschaft, denn ich bin die Gesellschaft. Und die Gesellschaft bin ich. Was die Öffentlichkeit betrifft, Politik, ist ein Traum. Sicher, es gibt so was wie autonomes träumen. Aber das außen vor gelassen; Politik ist wie ein Traum und ich kann existieren und in irgendeiner Form mitbekommen was passiert, aber wirklich eingreifen kann ich nicht. Politik wird von der Wirtschaft getrieben, nicht von der Gesellschaft. Nicht von mir. Die Wirtschaft wird vom Trend gesteuert, einem Phänomen, das weder physikalisch, noch mathematisch zu erklären ist. Wer etwas anderes behauptet, lügt. Oder frag dazu jemanden, der sich mit Stochastik beschäftigt. Oder mit der Börse.

Wir sind nicht autonom, schon gar nicht frei. Wenn es nicht die Politik, ergo die Wirtschaft, ergo unser Konsum ist, der uns geißelt, dann in letzter Instanz unsere Moral. Vielleicht braucht es ja wirklich einen Uebermensch. Nicht unbedingt im nietzschen Sinne. Aber der erkennt, dass Politik Gift ist. Für die Gesellschaft. Und ich bin die Gesellschaft.

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