Von Medien, Radfahrern und Vegetariern

Polens Außenminister Witold Waszczykowski verteidigte gegenüber der Bild-Zeitung das am Silvesterabend verabschiedete neue Mediengesetz, nachdem künftig die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Medien direkt von der Regierung eingesetzt werden. Mit diesem und anderen Gesetzen wolle die neue Regierung gegen „Krankheiten“ der Vorgänger vorgehen, wie etwa den „neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energien setzen.“ Mit traditionellen polnischen Werten habe das schließlich nichts zu tun, so der Außenminister. An einigen reinrassiger deutschen Stammtischen von Autofahrern und Fleischenthusiasten wird es wohl zustimmendes Grunzen geben, bevor längere Hasstiraden über „die Gutmenschen“ folgen. Dann ab ins Auto, nach den paar Bier. Man ist ja schließlich schon immer besoffen gefahren, ein traditioneller Wert, der verteidigt werden muss. Und da den Warnungen der „Gutmenschen“ zum Trotz nun doch Schnee gefallen ist, schlingern alte Werte auf der eisigen Straße auch mal gegen einen Baum. Da wünscht sich der Verfechter nationaler Tugenden vielleicht doch mal einen vorbeiradelnden Gutmenschen, der einen Krankenwagen ruft und den Verletzten mit Suppe aus der Thermoskanne versorgt. Und sei es auch Gemüsebrühe.

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