Überwachung im Digitalen Informationszeitalter

Unsere Gesellschaft wird heute so stark überwacht, wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Noch nie zuvor war Überwachung ein derart fester Bestandteil des täglichen Lebens und drang so tief ins Bewusstsein der Menschen ein, wie dies in heutiger Zeit der Fall ist.

Deutlich wird dies vor allem bei der Betrachtung aktueller Medienberichte, deren Themen sich zunehmend mit den verschiedensten Formen der Überwachung und Ausspähung auseinandersetzen. Ein bedeutendes Ereignis, das diese Entwicklung in den letzten Jahren beschleunigte war der Anschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York. Dieser zog die Erhöhung von unterschiedlichsten Sicherheitsvorkehrungen sowie eine massive Verschärfung der Überwachungspraktiken nach sich. Dabei offenbarte sich gleichzeitig eine prototypische Reaktion:

Berichterstattung über geplante, missglückte oder verübte Attentate führen zu einer Debatte über zusätzliche Überwachung die mehr Sicherheit suggerieret. Beispiele, die solche Diskussionen in der jüngsten Zeit anstießen, waren die Bombenattentate vom 11. März 2004 auf den Madrider Zugverkehr, die Anschläge des 07. Juli 2005 auf den Londoner U-Bahn – und Busverkehr und des 15. April 2013 auf den Boston-Marathon. Gesetzeserlasse unter anderem zur Verschärfung bestehender Videoüberwachung, zur Vorratsdatenspeicherung oder auch zur biometrischen Überwachung waren Ergebnisse solcher angestoßenen Debatten.

Der Drang nach innerer Sicherheit wurde dabei stets durch einen rapiden Fortschritt der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologie ergänzt. Dies trieb wiederum die Umsetzung modernerer und noch umfassender Überwachungsmethoden enorm voran. Mittlerweile existieren weltweit über 21 Millionen Überwachungssysteme. Das beträchtliche Ausmaß und die Komplexität heutiger Überwachung demonstrieren die Enthüllungen zur digitalen Überwachung ausländischer Geheimdienste von Edward Snowden seit Juni 2013 in seither unbekannter Offenheit.

 

Literatur

Bauman, Zygmunt; Lyon, David; (2013): Daten, Drohnen, Disziplin. Ein Gespräch über flüchtige Überwachung. Berlin: Suhrkamp.

Bentham, Jeremy (2013): Panoptikum oder Das Kontrollhaus. Unter Mitarbeit von Andreas Leopold Hofbauer und Christian Welzbacher. 1. Aufl. Berlin: Matthes & Seitz (14).

Biermann, Kai: 2013. Mehr Kameras gleich viel Unsicherheit. Zeit Online, 22. April; http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/videoueberwachung-panopticon (Letzter Zugriff: 17.11.2013)

Gaycken, Sandro; Kurz, Constanze (2008): 1984.exe. Gesellschaftliche, politische und juristische Aspekte moderner Überwachungstechnologien. Bielefeld: Transcript.

Köhler, Thomas R. (2010): Die Internetfalle. Was wir online unbewusst über uns preisgeben und wie wir das World Wide Web sicher für uns nutzen können. Frankfurt, M: Frankfurter Allg. Buch.

Kuhn, Johannes: 2013. Obamas Jagt auf die Wachhunde. Süddeutsche.de, 10. Juni;  http://www.sueddeutsche.de/politik/prism-informant-snowden-auf-der-flucht-obamas-jagd-auf-die-wachhunde-1.1692810 (Letzter Zugriff: 14.08.2013)

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