Die unschöne Sprache der Wissenschaft

Die ungelenke Sprache der Wissenschaft (nicht schlechthin, aber bei so vielen ihrer Vertreter) soll präzise sein und möglichst unmissverständliche Wahrheiten transportieren. Die Wahrheit ist ihr also Medium, die unschöne, teils stotternde, sich wiederholende und ach so mühsame Schriftsprache ihr Transporter und Gefäß. Kann, ja darf das gelingen? Sollte des Inhalts feine Essenz nicht auch in edleren Krügen gereicht werden?

Ich plädiere  für schönere Schriften, für aufreibende Analogien und elegante Euphorien. Für Schmetterlinge zwischen den Zeilen, für Gedankentürme zertrümmernde Hypothesen, weise Mittelteile und fanfarengleiche Quintessenzen. Für belletristische Fachliteratur also.

Die Wahrheit in den schönen Künsten gibt es schon. Die Schönheit in den wahren Künsten fehlt.

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