Der Arbeitskraftunternehmer

Arbeitgeber finden heute bereits zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses einen selbstständig aufgeweckten und manifesten Leistungsträger vor, der sich durch erweiterte Selbstorganisation und Selbststeuerung auszeichnet. In diesem Zusammenhang sehen Voß und Pongratz den modernen arbeitenden Menschen als

Arbeitskraftunternehmer“ (Voß, Pongratz 1998: 137 ff.),

der für sein Arbeitsvermögen selbst verantwortlich ist und zunehmend Strategien entwickelt und einsetzt, um seine Arbeitskraft bestmöglich zu vermarkten. Demnach ist er als Auftragsnehmer für die Produktion, Verwaltung und Vermarktung seiner Arbeitsleistung selbst verantwortlich.

Eine systematische Organisation des gesamten Lebenszusammenhangs und somit die Vermarktung der Arbeitsleistung auf Basis aller individuell verwertbarer Potentiale sind die Folge. Auf diese Weise kann die für Betriebe entstehende Unsicherheit, sowie der Aufwand zur Kontrolle der Richtigkeit von Arbeitsausführungen auf den Arbeitnehmer selbst externalisiert werden. Außerdem helfen diese Entwicklungen im Bereich der Arbeitsorganisation heute Unternehmen dabei, potentielle Arbeitskraft in tatsächliche Arbeitsleistung umzuwandeln.

Literatur

Voß, Günter G.; Pongratz, Hans J. (1998): Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der Ware Arbeitskraft? In: Kölner Zeitschrift für Soziologie & Sozialpsychologie (Vol.50, No.1), S. 131–158.

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