AnSpruch

oder: Turm aus Mosaik.

Do, 4.12.2014. Weiß ich doch einmal ohne nachzusehen welcher Tag heute ist. Muss an der Formularzeremonie bei den Stadtwerken liegen.

Jedenfalls: Heute ist ein neuer Tag in irgendeiner modrigen Struktur, anstatt eines neuen Tages in einer neuen Welt.

All die Zweifel waren wichtig und nötig, um zu dekonstruieren, aufzubrechen, auszubrechen, kleine wild verstreute Mosaiksteinchen von Wahrheit zu finden (deren Gesamtzahl unendlich ist). Es war nötig diese Struktur zu dekonstruieren. Doch nun liegen sie da, die Steinchen und die Balken; und warten darauf, dass Wir auch etwas aus ihnen konstruieren, etwas bauen aus dem Material, das Wir aus dem alten Turm herausmeiselten.

Natürlich darf auch die weitere Suche während des Bauvorgangs nicht enden! Sie kann und darf nie enden.

Die Qualität des Baumaterials ist wichtig, aber man darf sich nicht in der endlosen Suche verlieren, es wird immer einen besseren, passenderen Stein geben. Wir brauchen uns auch keine Illusionen zu machen: trotz jeder Vorsorge wird der Turm, den Wir bauen, wacklig sein und irgendwann einstürzen, wie alle anderen vor ihm.

Dennoch: ein Neuer muss her! Der Jetzige fault an allen Ecken, stinkt, modert, die Balken morsch, er riecht nach zu viel Blut, Leichen und Angstschweiß.

Natürlich hat auch der bestehende Turm noch ein paar schöne Ecken, in der das Feuer der Liebe Uns Kranke wärmt. Doch er bebt und schwankt vor Aggression und Leid; und bevor er fällt und die Menschen und Tiere in ihm übereinander her, sollten Wir zumindest einen groben Plan bereit stellen, ein Fundament anlegen; für die, die nach Uns kommen. Wir sind an der Reihe, Wir sind (mit)verantwortlich, wie es weitergeht.

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